Das Büro der Bantiger Post ist aufgrund einer technischen Störung telefonisch bis auf Weiteres nicht erreichbar.

Winterdienst mit Höhenmetern

Winterdienst in Vechigen im weitläufigen Gemeindegebiet (Bilder: zvg)

Für die Verkehrssicherheit auf öffentlichen Strassen sind die Gemeinden zuständig – das ganze Jahr über. In höher gelegenen Orten stellt der Winterdienst dabei besondere Anforderungen.

Wenn in Vechigen im Winter noch Regen fällt, liegt in Utzigen möglicherweise bereits Schnee. Diese Gleichzeitigkeit prägt den Winterdienst der Gemeinde – und macht ihn besonders anspruchsvoll. Zwischen Boll und den Hügeln oberhalb von Utzigen
liegen fast 400 Höhenmeter. Das Gemeindegebiet reicht also von rund 560 Meter über Meer bis auf über 900 Meter. «Es kommt oft vor, dass wir im Tal Wasser auf der Strasse haben und oben Schneemassen», sagt Martin Hofer, Leiter Werkhof. Für sein Team heisst das: flexibel bleiben, aufmerksam fahren, Situationen lesen.

Fünf Mitarbeitende gehören zum Werkhofpersonal; drei sind jeweils im Einsatz, zwei auf Pikett. Unterstützt wird das Team von drei externen Dienstleistern sowie einem Gartenbauer. Im Ereignisfall sind damit bis zu sieben Personen im Einsatz.

Was im Einsatz zählt
Der Arbeitstag beginnt früh. Oft schon um drei Uhr morgens rollt das erste Fahrzeug aus dem Werkhof. Der Pikettchef – wöchentlich wechselnd – entscheidet, ob und wann ausgerückt wird. Priorität hat die Postauto-Route; sie muss zuverlässig befahrbar sein. «Wir beginnen im Siedlungsgebiet und arbeiten uns dann nach aussen», sagt Martin Hofer. Je steiler die Strassen, desto heikler die Verhältnisse. Besonders die Übergänge von nassem zu gefrorenem Belag verlangen Erfahrung – und manchmal auch Nerven.

Dem Werkhof stehen drei Fahrzeuge zur Verfügung: ein Lastwagen mit Pflug und Salz, ein Traktor mit Pflug und Split sowie ein kleineres Fahrzeug für die Trottoirs. Hinzu kommen drei Fahrzeuge externer Dienstleister. Der Gartenbauer unterstützt das Team im Ereignisfall bei den Gehwegen.

Wie häufig der Winterdienst tatsächlich ausrücken muss, variiert stark von Saison zu Saison. Gezählt wird in sogenannten Pflugtagen – also Tagen, an denen mindestens ein Fahrzeug im Einsatz ist. In den vergangenen zwölf Wintern waren es zwischen fünf und 33 solcher Tage. Im Durchschnitt liegt Vechigen bei rund 15 bis 20 Pflugtagen pro Winter.

«Es braucht Flexibilität, Wachsamkeit und das richtige Einschätzen von Situationen.»

Martin Hofer

Situationen einschätzen
Technische Systeme, die automatisch warnen oder Einsätze steuern, gibt es kaum. «Wir verlassen uns auf unsere Erfahrung und unser Bauchgefühl», sagt der Werkhofleiter. Zwar konsultiert das Team verschiedene Wetter-Apps, doch die liefern nicht immer dieselben Prognosen.
«Entscheidend ist, was wir draussen antreffen. Danach greifen die eingespielten Abläufe. Wir kennen das Gebiet – und wissen, was zuerst dran ist.»

Nicht alles ist planbar
Ein Winterdienst-Morgen bedeutet Routine – und immer auch Überraschungen: ein Abschnitt, der schneller vereist als erwartet; ein Hang, den der Wind stärker verblasen hat; ein Fahrzeug, das im Weg steht. Während die Fahrer unterwegs sind, beginnt im Tal der Alltag. «Die Menschen sind frühmorgens oft im Stress», sagt Martin Hofer. «Das ist verständlich – wir geben unser Bestes, damit sie sicher ankommen.»

Was bleibt
Fragt man die Werkhof-Equipe nach einem Einsatz, der bis heute nachwirkt, fällt sofort dieses Datum: der 21./22. November 2024. Innerhalb von 14 Stunden fielen damals 36 Zentimeter Schnee – mitten im Feierabendverkehr.
«Eine solche Schneemenge hatten wir noch nie, seit ich hier arbeite.»

Es war hektisch, anstrengend, fordernd. Solche Ausnahmesituationen zeigen, wie wichtig die Arbeit des Werkhofs ist. Was bleibt, sind aber auch die stilleren Augenblicke: wenn die Equipe frühmorgens durch die verschneite Landschaft fährt und der Himmel über Utzigen langsam heller wird. «Das sind besondere Momente in unserer Arbeit.»

Barbara Marty

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