Auf digitaler Pflanzenpirsch
Sobald in diesem Jahr die ersten Pflanzen aus dem Boden schiessen, werden in Vechigen mit dem Projekt «www Vechigen» Pflanzen digital gesammelt. Benötigt werden ein Smartphone oder Tablet und eine Gratis-App und schon kann das Abenteuer Natur losgehen!
Mit dem Citizen Science Projekt «www Vechigen» führt der Verein VeNatur ein spannendes, in unserer Region neuartiges Projekt durch. Konkret können dabei interessierte Laien nach Lust und Laune Pflanzendaten für wissenschaftliche Fragen sammeln. «www Vechigen» steht dabei für «was wächst wo in Vechigen».
Lokale Natur im Fokus
Gemäss Stefan Nussbaum, Vorstandsmitglied von VeNatur und Projektorganisator, verfolgt der Vechiger Naturverein mit der Aktion gleich mehrere Ziele. In erster Linie soll mit dem Projekt das Interesse der Leute an der vielfältigen Natur vor der eigenen Haustüre geweckt werden. Das digitale Sammeln soll Spass machen und während man
auf seinen Spaziergängen und Streifzügen mit offenen Augen umhergeht, werden wie von selbst auch noch die eigenen Pflanzenkenntnisse verbessert. Schlussendlich soll mit dem Projekt eine wertvolle Dokumentation der Vechiger Pflanzenwelt entstehen, die auch als Grund-lage für geeignete Massnahmen für Pflege, Aufwertung oder Schutz dienen. Festgehalten werden dabei wild wachsende Pflanzen und Neophyten.
Flora Incognita
Alle interessierten Personen ab 12 Jahren können sich via venatur.ch/wwwv registrieren. Je mehr Personen am Projekt teilnehmen, umso besser wird die Datenbasis. Wer sich anmeldet, erhält von VeNatur per Mail eine Anleitung für das Einrichten der kostenlosen Botanik-App «Flora Incognita», so dass damit die Pflanzenfunde an das Projekt übermittelt werden. Jüngere Naturfreunde sind selbstverständlich herzlich willkommen, mit ihren Eltern, Gross-eltern oder älteren Geschwistern gemeinsam zu -sammeln.
Registriert und mit der App -ausgestattet, kann die Entdeckungstour auf eigene Faust -gestartet werden. Das -Prinzip dabei ist simpel: Pflanzen, denen man unterwegs -begegnet, werden mit dem eigenen Smart-phone oder Tablet fotografiert und in -Sekundenschnelle von Künstlicher -Intelligenz bestimmt. Dadurch erfährt der Fotograf oder die Fotografin, was für eine Pflanze soeben abgelichtet wurde und Standort und Pflanze können via die eingerichtete App dem Projekt zugewiesen und damit in einer Datenbank festgehalten werden.
Digitale Sammelzone
Mit dem Projekt wird die Pflanzenwelt in der gesamten Gemeinde, sprich in Boll/Sinneringen, Vechigen, Lindental, Dentenberg, Utzigen, Littewil, Radelfingen und Lauterbach, dokumentiert. Geplant ist, mindestens während den beiden Kalenderjahren 2026 und 2027 Daten zu erheben. Aber keine Angst: mit der Anmeldung verpflichtet man sich zu nichts und ein Aussteigen ist jederzeit ohne Formalitäten möglich.
«Häbet Sorg»
Es könnte also durchaus passieren, dass in Vechigen schon bald ein regelrechtes «Sammelfieber» ausbricht. Sofern die Sammelnden Rücksicht nehmen, privaten Raum respektieren, sich selbst nicht gefährden und keine Schäden für die Natur- und Tierwelt verursachen, sind der Begeisterung keine Grenzen gesetzt. Und auch die soziale Komponente soll beim Projekt nicht zu kurz kommen: von Zeit zu Zeit erhalten die Teilnehmenden eine Einladung zu einem freiwilligen Treffen. Wer möchte hat dabei die Gelegenheit, sich mit Gleich-gesinnten austauschen und bekommt einen Einblick in die in-teressantesten Funde. cfr