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«Eine vo üs!»

Fussballprofi Joël Schmied

Fussballprofi Joël Schmied hat seinen Weg mit Überzeugung und Leidenschaft verfolgt. Heute spielt der Ostermundiger beim 1. FC Köln. Seine Wurzeln hat er nicht vergessen und zeigt sich als reflektierter, loyaler Mensch, der auch gelernt hat, mit Rückschlägen umzugehen und trotz Erfolg auf dem Boden geblieben ist.

 «Ich habe nie gross geträumt, sondern mir immer realistische Ziele gesetzt», erzählt Fussballprofi Joël Schmied im Interview mit der Bantiger Post. «Supertalente sind die wenigsten», ergänzt der in Ostermundigen aufgewachsene Spitzensportler. Selbst zählte er sich nie zum Kreis der grossen Ausnahmespieler, hat aber zweifelsohne grosses Talent und steht heute bei einem der traditionsreichsten Vereine Europas unter Vertrag.

Start beim FC Bolligen
Seine Fussballkarriere begann Joël Schmied im Alter von sieben Jahren beim FC Bolligen – und zwar mit einem Fehlstart: «Wegen einem gebrochenen Arm konnte ich erst einige Wochen später ins Training starten», schmunzelt der seit 2025 beim 1. FC Köln verpflichtete Innenverteidiger. Seine Juniorenzeit verbrachte der Fussballer beim FC Schönbühl. Von einem Scout entdeckt, erfolgte der Wechsel zum BSC YB. Dort durchlief er ab der U12 sämtliche Nachwuchsstufen bis zur U21, deren Captain er später wurde. 

Zusätzliches Ass im Ärmel
Neben dem Feld galt es zuerst im Schulhaus Mösli in Ostermundigen und später in der Sportklasse Hochfeld die Schulbank zu drücken. Anschliessend folgte die KV-Lehre beim Schweizerischen Fussballverband. Die Lehrzeit ha-be er cool gefunden, erzählt der heute 27-jährige Spieler. Profi sei nach der 9. Klasse noch praktisch niemand und einen Plan B in der Hinterhand zu haben sei wichtig, denn längst nicht allen gelingt der Durchbruch. Auch bei Joël Schmied wäre es beinahe anders gekommen.

Ausdauer und Widerstandkraft
Als er mit 18 Jahren eine Rückenverletzung erlitt, sah es für die fussballerische Laufbahn plötzlich zappenduster aus. Es folgte eine monatelange Zeit komplett ohne Fussball und anstelle eines Profivertrags bei YB galt es, sich langsam wieder aufzubauen. So führte Joël Schmieds Weg über den FC Breitenrain und den FC Rapperswil-Jona zum FC Wil
in die Challenge League, wo er unter Trainer Ciriaco Sforza den ersten Profivertrag bekam. Diese Zeit prägte den Ostermundiger und formte ihn zu einem robusten, verlässlichen und führungsstarken Verteidiger. Zur Saison 2020/21 wechselte Schmied zum FC Vaduz und ein Jahr später zum FC Sion. 2025 folgten weitere Meilensteine mit dem Wechsel zum 1. FC Köln und bereits in der ersten Saison mit dem Aufstieg des Teams in die erste Bundesliga.

«Fussball ist eine super Lebensschule. Man lernt Disziplin, Opfergabe, im Team zu funktionieren und dass man für Erfolg etwas machen muss.»

Wertvolle Lebensschule
Ob er Jugendlichen empfehlen würde, die Profilaufbahn anzupeilen? Joël Schmied, der nach einer Verletzungspause erfolgreich in die neue Saison gestartet ist, überlegt kurz, um schliesslich mit einem überzeugten «Ja» zu antworten. «Fussball ist eine super Lebensschule. Man lernt Disziplin, Opfergabe, im Team zu funktionieren und dass man für Erfolg etwas machen muss».

Bleibende Freundschaften
Vom jungen Fussballer auf dem Sportplatz in Bolligen bis hin zur Bundesliga in Deutschland hat Joël Schmied gelernt, Rückschläge als Teil des Erfolgs anzunehmen und seine Ziele beharrlich zu verfolgen. Dabei hat er Werte wie Bodenständigkeit, Teamgeist und Loyalität bewahrt. Sehr gerne verfolgt er auch als Zuschauer Matchs. Aus familientechnischen Gründen stehen dabei Spiele des FC Lugano mit Schwager David von Ballmoos als Torwart hoch im Kurs. Gleiches gilt für den FC Sion, da dort immer noch viele seiner ehemaligen Kollegen aktiv sind. Ist Joël Schmied wieder einmal in seiner alten Heimat zu Besuch, dann zieht es ihn auf den «Spitz» zu seinen ehemaligen Förderern und Kollegen des FC Breitenrain. Und ja, auch YB liegt dem «Bärner Giu» aus der Agglo nach wie vor am Herzen, der sich durchaus vorstellen könnte, irgendwann einmal auch für den BSC zu spielen.

cfr

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