Sophie (links) und Henriette (rechts) sind begeisterte Jungmusikerinnen
Zwei Schwestern, eine Leidenschaft: die Musik. Sophie und Henriette Arnold leben in Stettlen, nebst dem regulären Instrumentalunterricht an den Musikschulen in Bolligen und Bern sind sie auch Teil der Talentförderung Musik.
Eigentlich sind sie ganz normale Teenager und doch gehen sie mit der Musik ihren eigenen Weg. Sophie (15) spielt Geige und besucht das Gymnasium Neufeld. Henriette (13) spielt Harfe und ist an der Spez Sek in Bolligen. Beide sind in ihrem Hobby sehr engagiert: Instrumentalunterricht, Üben, Talentförderung, Wettbewerbe, Musiklager, Orchester. Im Rahmen des kürzlich in der Bantiger Post erschienenen Artikels über die Talentförderung Musik, haben die beiden Einblick in ihr leidenschaftliches Hobby gegeben.
Früh übt sich…
Wie lange spielt ihr schon eure Instrumente?
S: Ich habe mit 5 angefangen, also seit 10 Jahren.
H: Ich habe mit 7 angefangen Harfe zu spielen. Vorher war ich noch im Rhythmik-Kurs.
Harfe – Geige. Wisst ihr, wieso ihr dieses Instrument ausgesucht habt und spielt?
S: Ich habe zwischen Harfe und Geige überlegt und habe mich dann für die Geige entschieden. Das hat mir dann auch von Anfang an Spass gemacht. Ich mag den gleichwohl kraftvollen Klang und die vielen verschiedenen Facetten. Ich kann ganz sanft oder melancholisch spielen und es macht Spass, die verschiedenen Stimmungen zu kreieren.
H: Die Schwester einer Freundin hat Harfe gespielt. Dann hat meine damalige beste Freundin auch angefangen Harfe zu spielen und ich bin mit in den Unterricht. Und ab da hat es einfach gepasst.
Übt ihr täglich? Wie lange?
S: Ja, mindestens eine Stunde. Manchmal auch 2–4 Stunden. Es ist sehr unterschiedlich. Als ich einen Wettbewerb hatte, auch noch mehr. Häufig übe ich über den Mittag in der Schule. Im Schnitt wohl 2 Stunden pro Tag.
H: Ich übe etwas weniger als Sophie. Im Schnitt wohl eine Stunde pro Tag. Es kommt auch darauf an, wieviele Stücke ich habe. Aber mehr als 2 Stunden übe ich nicht. Dann lässt bei mir die Konzentration nach.
Macht ihr auch gemeinsam Musik?
S: Ach. Für Weihnachten oder einen Geburtstag. Aber sonst nicht wirklich.
H: Im ONJMS Musiklager haben wir auch mal zusammengespielt.
Die Talentförderung
Seit wann seid ihr in der Talentförderung?
H: Seit 2020, also seit 4 Jahren.
S: Ich bin seit Beginn der TFM dabei. Das sind 6–7 Jahre.
Was gibt euch die Talentförderung, was ihr im normalen Unterricht nicht habt?
S: Das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten und mit Musikern zusammen sein. Wir können mit dem Ostermundiger Orchester spielen. Das ist eine coole Chance. Dann auch die Erfahrung, mit anderen Musiklehrern von Kammermusik, Orchester etc. zusammenzuarbeiten. Und die Auftrittsmöglichkeiten.
H: Der Austausch mit anderen Lehrpersonen, mit Korrepetitoren und mit anderen Musikern. Im Unterricht bist ja einfach nur du alleine mit deiner Lehrperson.
Spielst du lieber Solo oder im Ensemble?
H: Ganz unterschiedlich. Solo zeigt man halt sein Können, im Ensemble hingegen ist es viel entspannter. Ich bin viel weniger nervös, wenn ich im Ensemble spiele.
S: Ich glaube, ich bevorzuge Solo mit Begleitung. Weil ich da viel freier bin.
Abtauchen in eine andere Welt
Ihr übt 1–2 Stunden am Tag. Habt ihr Zeit für andere Hobbys?
H: Ja sicher. Ich mache noch Gym Dance und Jazz Dance in der New Dance Academy.
S: Ich habe früher Leichtathletik gemacht, musste aber damit aufhören, weil es zu viel war. Ich möchte wieder ein neues Hobby anfangen, aber ich weiss nicht, was ich machen will. Es ist auch schwierig, Zeit zu finden. Musikproben sind immer an verschiedenen Tagen, also gibt es keinen Tag, wo ich regelmässig Zeit habe.
H: Sophie hat auch deutlich mehr Musikprojekte als ich. Ich spiele im Harfenensemble oder im Duo, was wiederum flexibel ist.
Könnt ihr in Worte fassen, was das Musizieren für euch bedeutet?
S: Am schönsten finde ich, wenn ich damit anderen Leuten eine Freude machen kann. Bei Konzerten kommen Leute auf mich zu und sagen mir, wie sehr es sie berührt hat. Das ist auf jeden Fall ein schönes Gefühl. Ich gehe in eine andere Welt und bin dann einfach in dieser Welt drin und nur noch auf die Musik fokussiert. Alles andere ist dann nicht mehr so wichtig.
H: Sicher eben auch Leuten eine Freude zu machen. Aber auch das Üben: Du übst für dich, du arbeitest an deiner Leistung, also arbeitest du an dir selber. Wenn du dann ein Stück endlich beherrschst, ist das ein Erfolgsgefühl. Und im Ensemble verbringst du einfach auch mal Zeit ausserhalb der regulären Freundesgruppe.
Rachelle Römer