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Bestnote und ganz viel Berufsfreude

Absolventin Maelle Dellsperger und Ausbildnerin Nicole Wirth

Diesen Monat haben im Kanton Bern über 700 neue Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit aus den deutschsprachigen Kantonsteilen ihr Diplom erhalten. Eine von ihnen ist Maelle Dellsperger, die mit Bestnote ihre Lehre abschloss. Die Bantiger Post hat die junge Absolventin und ihre Ausbildnerin am Arbeitsplatz im Wohn- und Pflegeheim Schloss Utzigen besucht.

 «Eigentlich wollte ich nicht FaGe lernen und wenn, dann schon gar nicht in der Langzeitpflege», erzählt Maelle Dellsperger schmunzelnd beim Interview. Dennoch ging sie beim Wohn- und Pflegeheim Schloss Utzigen schnuppern und ab dann war für sie der Fall klar, dass sie genau hier als Fachangestellte Gesundheit und in der Langzeitpflege ihre Ausbildung machen wollte: «Der Patientenkontakt hat mir mega gefallen und ich habe mich sofort wohl gefühlt». Nun hat die junge Vechigerin ihre Ausbildung gar als eine der besten im ganzen Kanton abgeschlossen.

Beruf mit Zukunft
Der Beruf FaGe bleibt äusserst gefragt und bildet eine solide Grundlage für vielfältige Karrierewege im Gesundheitswesen. Dabei leisten die Fachkräfte einen zentralen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung. Entsprechend gross ist die Freude im Gesundheitswesen über die vielen erfolgreichen Lehrabgängerinnen und -abgänger, die Anfang Juli an einer riesigen Diplomfeier in der PostFinance Arena strahlend ihr eidgenössisches Fähigkeitszeugnis entgegennehmen durften. Ein Abschlussranking wurde nicht erstellt, jedoch wurden die bestplatzierten zehn Jahrgängerinnen geehrt, unter ihnen Maelle Dellsperger, die mit der Note 5.7 ein Glanzresultat erzielte.

Wertvolle Lebensschule
Was ihr an ihrer Ausbildung besonders gefallen habe, sei die Lebensschule. «Nirgends hat man so viel Kontakt mit verschiedenen Menschen und unterschiedlichen Ansprüchen», erzählt die frisch gebackene FaGe. Sie habe gelernt, wie stark das eigene Auftreten in der Bezugspflege auf das Gegenüber wirke. Solche Erfahrungen seien extrem wertvoll und das nehme sie mit.

«Nirgends hat man so viel Kontakt mit verschiedenen Menschen und unterschiedlichen Ansprüchen.»

Umgang mit Schwie.rigem
Manche Menschen befinden sich in schwierigen Momenten und in der Langzeitpflege begleitet man auch Sterbende. Auf die Frage, wie eine Lernende, ein Lernender mit solchen Situationen umgehe, erinnert sich Maelle Dellsperger, als sie das erste Mal eine Person in der Sterbephase mitbetreute. Das sei schon heavy gewesen, sie sei aber gut vom Team unterstützt worden. Nicole Wirth, Fachspezialistin Ausbildung, fügt an, dass junge Lernende nicht gleich ab Lehrbeginn in der Betreuung von Sterbenden eingesetzt und sorgfältig begleitet würden. Ja, in der Pflege gibt es Momente, die nahe- gehen. Das darf so sein. Jedoch lernt man, sich abzugrenzen. Das sei wichtig, betonen die beiden Frauen, wobei auch die Nachbesprechung im Team eine wichtige Funktion habe.

Sinnstiftende Tätigkeit
Maelle Dellsperger erzählt von ihrer Grundzufriedenheit bei der Arbeit, den Reaktionen von Bewohnenden und der Freude, Menschen eng zu begleiten und Kontakte zu pflegen. Im Gespräch mit der jungen Fachfrau spürt man die aufrichtige Freude am Beruf. Für sie ist mit dem Lehrabschluss ein erster Meilenstein geschafft. 

Hat ein Jahrgang abgeschlossen, ist das auch für Fachspezialistin Bildung Nicole Wirth ein besonderer Moment. Es sei schön, junge Menschen auszubilden und in die Zukunft zu begleiten. Im Wohn- und Pflegeheim Schloss Utzigen ist man stolz auf seine Lehrabgängerinnen und -abgänger. Dieses Jahr haben insgesamt neun Personen den Abschluss als FaGe oder Assistentin Gesundheit und Soziales gemacht, eine Bilanz, die sich sehen lässt. 

Von Abschieden und Anfängen
Für Maelle Dellsperger geht die berufliche Reise bald weiter. Sie hat sich dazu entschieden, berufsbegleitend die Fachmatur zu machen und tritt bald eine neue Stelle an – ein Schritt, der für die berufliche und persönliche Entwicklung wertvoll aber auch nicht ganz einfach ist. Nun heisst es nämlich bald Abschied nehmen: «Es tut schon weh, meine Bewohner zurückzulassen. Auch wenn man zu Besuch kommen kann, das Vertrauen, die tägliche Bezugspflege, das wird mir fehlen und im Team war ich ebenfalls glücklich». Am 21. Juli ist ihr letzter Arbeitstag. Bis dann wird sie die Zeit in Utzigen bewusst nutzen und wer weiss, vielleicht kommt die junge Frau nach ihren Wanderjahren auch wieder ins Schlössli zurück. 

Ausbildnerin Nicole Wirth ihrerseits kann ihre Lernende mit gutem Gefühl ziehen lassen, im Wissen, dass mit ihr eine gut ausgebildete Fachkraft unterwegs ist, die auch in Zukunft dafür sorgt, dass Menschen kompetent und in Würde gepflegt werden. Auch die Arbeit der Ausbildnerin wird nicht ausgehen: Anfang August startet der nächste Pflegejahrgang in die Lehre.

cfr

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