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Von Sämchen bis «O Tannenbaum»

Landwirt Urs Mäder beim Tannenbaumverkauf ab Hof

Rund zehn Jahre Pflege benötigt es für den perfekten Christbaum. Hinter jedem Bäumchen stecken viel Arbeit und Fachwissen. Wer gerne unter einem regionalen Bäumchen Weihnachten feiern möchte, wird im Worblental problemlos fündig.

Jahrelang gehegt und gepflegt, geht es gegen Ende Jahr ans Ernten. Die Rede ist für einmal nicht von Gemüse, sondern von den Christbäumen. Bis es dazu kommt, vergeht viel Zeit, und wer denkt, dass Bäumchen auf einer Plantage mit nur wenig Aufwand vor sich hinwachsen, hat sich mächtig getäuscht.

Die drei hiesigen Favoriten
Drei Sorten Christbäume sind hierzulande beliebt: Allen voran die Nordmanntanne mit dem höchsten Marktanteil, darauf folgen mit je etwas Abstand die Fichte, auch Rottanne genannt, und die Blaufichte. Sie alle haben eines gemeinsam: Vor ihrem zeitlich begrenzten Auftritt im Wohnzimmer brauchen sie rund 10 Jahre Pflege mit speziellem Know-how, denn es sollen möglichst alle Bäume einer Christbaumkultur formschön wachsen.

Samen von Nah und Fern
Alles beginnt bekanntlich beim Samen. Damit die Bäume in Wohnräumen nicht zu viel Platz einnehmen, ist ein schlanker Wuchs besonders beliebt. Fachleute wählen deshalb gezielt Saatgut mit dieser Eigenschaft aus. Das Saatgut von in der Schweiz verbreitet wachsenden Fichten und Blaufichten ist gemäss dem Verband der Waldeigentümer WaldSchweiz einfach zu beschaffen, während die Samen für Nordmanntannen in der Regel von Wild-Beständen aus dem Kaukasus stammen. Oft ziehen Forstbaumschulen die Setzlinge heran und verkaufen diese dann zur Aufzucht. So bezieht auch Familie Mäder für ihre Tannenbaumplantage auf dem Amselberg 3- bis 4-jährige Jungpflanzen von verschiedenen Forstbaumschulen, die auf die Aussaat und Aufzucht spezialisiert sind.

«Damit die Bäume in Wohnräumen nicht zu viel Platz einnehmen, ist ein schlanker Wuchs besonders beliebt. Fachleute wählen deshalb gezielt Saatgut mit dieser Eigenschaft aus.»

Drohende Gefahren
Sind die verpflanzten Sämlinge erst einmal im Boden, reichen Regen und Lichtverhältnisse in der Schweiz meist aus, damit sich Christbaumkulturen positiv weiterentwickeln. In seltenen Fällen – z.B. in einem trockenen Frühjahr – müssen die Produzenten zusätzlich bewässern. Haben die künftigen Christbäumchen das erste Jahr nach dem Verpflanzen überlebt, sind sie zumindest vor dem Vertrocknen gefeit. Doch auch danach können ihnen noch einige Gefahren drohen. Frost, Hagelschlag, Wildverbiss oder das Absitzen von grösseren Vögeln auf der jungen, weichen Spitze kann eine Beschädigung der
Krone zur Folge haben.

Schnittmassnahmen sorgen für Symmetrie
Um eine neue Spitze zu erhalten, können Produzenten z.B. Seitenäste mit Klammern aufrichten und als neue Spitze formieren. Auch nach einem Hagelschaden wissen sich die Fachleute zu helfen: Christbäume werden falls erforderlich zurückgeschnitten und mit verschiedenen Hilfsmitteln formiert. Auch sonst sind immer wieder Schnittmassnahmen nötig, um möglichst symmetrische Bäume zu erhalten. Gegen Wildverbiss hilft nur das konsequente Einzäunen der Anlage. Zudem muss regelmässig gejätet werden, da die Bäume ansonsten von Wicke, Brombeeren, Gras und sonstigem Unkraut vereinnahmt werden.

Regional macht Freude
Hat ein Christbaum 8 bis 10 Jahre durchgehalten und sich in seiner schlanken Form entfaltet, ist es Zeit für die Ernte und ab Anfang Dezember gehen die Bäumchen in den Verkauf. Wer sich gerne mit einem regionalen Bäumchen eindecken möchte, hat bei Familie Mäder mit ihrer 2.5 Hektar grossen Plantage auf dem Amselberg direkt ab Hof oder an Mäders Verkaufsstand auf dem Bärenplatz in Worb noch bis 24. Dezember dazu Gelegenheit. Auch in Bolligen sind regionale Christbäume erhältlich. Aus dem eigenen Wald am Bantiger sowie der eigenen Kultur in Flugbrunnen bietet Stettler Obst seine Bäumchen zum Verkauf. Denn was gibt es Schöneres, als unter einem regionalen Christbaum zu feiern – im Wissen, wo das Bäumchen gewachsen ist, das lokale Familienunternehmen berücksichtigt und weite Transportwege vermieden werden!

Corinne Fischer

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